Frisch gebrühter Kaffee ist braun – genau wie die gerösteten Kaffeebohnen aus dem Supermarkt, aber bei der Ernte sind die Bohnen natürlich grün. In diesem Beitrag geht es um die Ursprünge von Mr. Coffee Bean.

Nur die wahren Kaffeekenner wissen es: Kaffeebohnen aus dem Supermarkt waren vor dem Rösten nur einige kleine Samen. Diese Frucht der Kaffeepflanze, die oft als Kaffeekirsche oder Kaffeebeere bezeichnet wird, ist nämlich eine grüne Steinfrucht mit einem Kern aus zwei Kaffeebohnen.

Also: ohne Beeren keine Kaffeebohne. Oder wenn man es sich noch genauer überlegt: ohne Kaffeepflanze keine Kaffeekirsche. Schliesslich sind es die Kaffeepflanzen in den Bergregionen am Äquator, an denen diese Beeren gedeihen. Ganz gleich, wie braun unser Kaffee ist und wie oft wir das Wort Bohne verwenden, unser Kaffee stammt von den grünen Samen der roten und gelben Kaffeekirschen, die von einer grünen Blattpflanze gepflückt werden.

Keine Bohnen, sondern Kaffeekirschen

Wie sehen diese Kaffeekirschen eigentlich aus? Die Kaffeebohnen, die durch eine dünne Aussenhaut geschützt werden, sind zudem von einer schützenden Schleimschicht umgeben. Die Kaffeekirschen reifen sehr langsam: Es kann bis zu acht oder zwölf Monate dauern, bis die Beeren auf den Feldern gepflückt werden. Anschliessend werden sie geschält, sodass dann die grünen Bohnen übrig bleiben.

Je nach dem, in welchem Land die Kaffeekirschen wachsen, dauert die Erntezeit etwa vier Monate. Die Kaffeepflanze selbst wird bis zu 25 Jahre alt, viel weniger alt also als die grossen, dicken und hohen Bäume, in deren Schutz sie im Dschungel gedeiht. Sie werden relativ schnell durch neue Kaffeepflanzen ersetzt.

Die Herkunft unserer Kaffeebohnen

Bei uns in den Geschäften werden Kaffeebohnen in verschiedenen Sorten und Grössen angeboten, wobei das „Wie“ von verschiedenen Faktoren abhängt: Dabei geht es vor allem darum, wie die Bohnen gewaschen und geröstet werden und aus welchem Gebiet sie stammen. Kaffeepflanzen wachsen in Gebieten, die in Äquatornähe liegen, wie Afrika, Asien, dem Nahen Osten und Lateinamerika. Diese Gebiete werden auch als „Kaffeegürtel“ bezeichnet.

Kaffeebohnen wachsen besonders gut in höheren und gebirgigen Regionen. Kaffeepflanzen, die in Regionen zwischen 1‘000 und 2‘000 Meter über dem Meeresspiegel wachsen, ergeben nach der Ernte oft hochwertige Kaffeebohnen.

Die Hitparade guten Kaffees

Bevor die Qualität bestimmt werden kann, wird der Kaffee in der Regel mindestens dreimal gekostet resp. getestet. Dieser professionelle Kaffeetest wird auch als „Coffee Cupping“ bezeichnet; die Benotungen liegen dann zwischen null und hundert. Wenn ein Kaffee mit über 80 Punkten benotet wird, gilt er als Spezialitätenkaffee.

Ausserdem wird zwischen Single Origin und Single Estate Coffee unterschieden. Single Origin steht für grüne Kaffeebohnen aus einem bestimmten Land oder Gebiet (hier werden also niemals Kaffeesorten unterschiedlichen Ursprungs vermischt). Single Estate Coffee ist noch spezifischer und bezeichnet grüne Kaffeebohnen von einer bestimmten Farm oder Farmgemeinschaft.

Die Entdeckung des Kaffees

Ursprünglich stammt die Kaffeepflanze aus Äthiopien. Seit dem zehnten Jahrhundert zählt Kaffeegenuss zu den Trinktraditionen in diesem Teil Afrikas. Der Legende nach entdeckte der Hirte Kaldi, dessen Ziegen nach dem Verzehr der roten Kaffeekirschen aufgedreht herumsprangen, die Kaffeepflanze. Zum ersten mal wurde Kaffee in der Region Kaffa im Südwesten Äthiopiens bereits 900 n. Chr. erwähnt. Damals wurden die Blätter und getrockneten Kirschen, ähnlich wie Tee, in heißem Wasser aufgegossen und dann getrunken. Erst einige Jahrhunderte später wurde Kaffee in den Gebieten Persiens, der Türkei und der arabischen Halbinsel zum beliebten Heissgetränk. Danach dauerte es ungefähr bis zum siebzehnten Jahrhundert, bis der Kaffee seinen Siegeszug in Europa begann. Ein Leben ohne Kaffee? Heutzutage schwer vorstellbar! In London wurde 1615 das erste europäische Kaffeehaus eröffnet. Vielen ist das Wiener Kaffeehaus ein Begriff; 1685 wurde das erste eröffnet und ein Jahr später das erste in Deutschland – in Regensburg. In Berlin musste man bis 1721 warten. Später brachten Siedler die Kaffeepflanze mit nach Lateinamerika und Indonesien, sodass Kaffee nicht mehr ausschliesslich in Afrika angebaut wurde.

Insgesamt gibt es sage und schreibe 103 Sorten Kaffeepflanzen. Die grössten Kaffeebohnen überhaupt stammen von der Maragogype-Pflanze, die aufgrund ihrer auffälligen Grösse auch als Riesenbohne oder Elefantenbohne bezeichnet wird. Sowohl die Kaffeekirschen als auch die Bohnen sind eineinhalb- bis zweimal grösser als normale Kaffeebohnen.

Wussten Sie, dass die am weitesten verbreitete Sorte die Arabica-Kaffeepflanze ist? Die Arabica-Kaffeepflanze wurde Ende des neunzehnten Jahrhunderts in Brasilien entdeckt. Diese Sorte wird nicht mehr im grossem Umfang angebaut, weil sie nicht viel Kaffee ergibt. Auf der anderen Seite macht dies die Arabica zu einer exklusiven Pflanze für die Kaffeeproduktion; mit einem ganz eigenen Geschmack.

Peaberries: die einsame Kaffeebohne

Ausserdem gibt es noch einige aussergewöhnliche Sorten: Die kleinsten grünen Kaffeebohnen sind als Peaberries, auf Deutsch Perlbohnen genannt, bekannt. Peaberries sind nicht wie andere Kaffeebohnen paarweise in einer Kaffeekirsche, sondern allein. Wenn eine Frucht wie üblich zwei grüne Kaffeebohnen enthält, sind die Seiten flach. Aber weil eine Peaberry keine Geschwister hat, ist sie kreisförmig.

Nur 5% aller Kaffeebohnen sind solche Perlbohnen. Wenn sie von Hand sortiert werden, werden sie als Spezialprodukt verkauft und sind daher teurer.

Quelle:
coffeecircle.com